Paul Bocuse, Le feu Sacré

Le feu sacréLe feu sacré, das heilige Feuer,  ein herrlicher Titel für diese Biographie, selten einer Figur so angemessen wie hier. Die Flamme die Paul Bocuse zu unsterblichem Ruhm geführt hat soll nie ausgehen.
Bitte verzeihen Sie diese pathetische Eröffnung, aber Bocuse selbst liebt das Pathetische, das Außerordentliche, gleichzeitig ist er voll sympathischer Menschlichkeit, er ist Künstler, Arbeiter und Genießer in einem. Seine Ideen haben die Französische und damit die Internationale Küche revolutioniert, der Begriff »Nouvelle Cuisine« ging um die Welt und belebte die Kochkunst mit neuen Idealen.
Im Jahre 2005 feierte Bocuse sein unglaubliches Jubiläum: 40 Jahre Michelin-Stern. Ein erstaunlicher und einsamer Rekord, es wurde Zeit das Leben des großen Franzosen endlich literarisch zu beleuchten, und so entstand dieses Buch, herausgegeben durch den Glénat Verlag und geschrieben von Ève-Marie Zizza-Lalu. Sie kennt Bocuse seit ihrem siebten Lebensjahr, außerdem hatte sie die Gelegenheit den Meister in privaten Interviews , die im Restaurant de Collonges am Mont d’Or und im Jagdhaus stattfanden noch besser kennen zu lernen.
Jedes Kapitel wird mit persönlichen Anmerkungen des Jahrhundertkochs eingeleitet Bestimmte Ereignisse werden hervorgehoben und Persönlichkeiten beschrieben die Bocuse beeinflusst haben.
fernandpointBesonders wird Fernand Point erwähnt, er schreibt über ihn:

Fernand Point war mein Pygmalion, das Beispiel dem es zu folgen galt, in der Küche wie im Leben. Er war in jeder Hinsicht ein Gigant. Ein großzügiger und mit Talent überschüttete Mann, einer von uns, ein großer Arbeiter. Alle die mit ihm arbeiten durften wurden ausgezeichnete Profis.

Wie kein anderer hat Point seinen Teil dazu geleistet, aus Bocuse das zu machen was er schließlich wurde, der berühmteste Koch der Welt.
Köche durchlaufen eine Schule wie manche Künstler, und sie haben ebenso einen Förderer, einen Mentor. Fernand Point lehrte den jungen Bocuse nach der Wiener Schule, nicht einer österreichischen Wiener Schule sondern einer sehr französischen „Wiener Schule“.
Während der deutschen Besatzung schließt sich Bocuse der Résistance an und wird verletzt, eine Kugel verfehlt nur knapp das Herz. In einem amerikanischen Feldlazarett kämpft er um sein Leben, später zitiert er diese Zeit scherzhaft damit, dass durch seine Venen sehr viel amerikanisches Blut fließt.
bocuse1958 erkämpft er den ersten Michelin-Stern und 1965 wird sein Hummer- Mousse »à la Constant Guillot« mit dem dritten Stern ausgezeichnet, nun ist er ein Superstar unter den Köchen, sein Ruf verbreitet sich auf der ganzen Welt.

Das Buch ist voller interessanter Anekdoten und Geschichten, außerdem glänzt es mit unzähligen Fotos, teils von Bocuse selbst aufgenommen, teils historischer Natur, allein die Fülle des Bildmaterials ist Grund genug, sich das Werk  zu besorgen. Seine berühmtesten Rezepte sind Teil der Publikation, sie finden dort unter anderem den »Schinken im Heu«, das Gratin Dauphinois »Fernand Point«, das »Gratin d’Ecrevisses« und natürlich die »Soupe aux Truffes VGE«.

Gratin d'Écrevisses
Es gibt ein Vorwort von Valéry Giscard d’Estaing, ein großer Freund des Meisters. Wenn Sie noch ein Exemplar ergattern können und der Französischen Sprache mächtig sind, so ist das eine sehr spannende und unterhaltsame Biografie des vielleicht berühmtesten Kochs der Welt.

 

 

 

 

 

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