Die fantastischen Weine des Sven Nieger

Sven Nieger

Sven Nieger

V

arnhalt steht für einen ausgezeichneten Riesling mit einer langen Geschichte. Steile, felsige Berghänge, an denen eine gute Rebe wächst. Ich habe diese fruchtigen, erfrischenden Rieslinge gerne zu einem guten Essen getrunken, oder eine Zigarre dabei gepafft, das Zitrus-Aroma mit Himbeer-Zitaten, eine leichte Brise und der verträumte Blick auf das Tal haben mich immer entzückt.
In den letzten Jahren wurde das Gebiet nicht recht bewirtschaftet, wirtschaftliche Prozesse haben Umwälzungen bewirkt,  die Alterspyramide tat das Übrige dazu die Dinge zu erschweren.

Eine Degustation, die ich aus einer Varnhalter Lage auf der Slow Food Messe  in Stuttgart genießen durfte, hat mich begeistert: Die fantastischen Weine des Sven Nieger. Aus den steinigen Lagen holt der junge Winzer alles raus, was möglich ist, das Endprodukt ist sehr komplex, elegant, detailreich und raffiniert. Die Geschichte Niegers wurde schon ausgiebig in einschlägigen Magazinen beleuchtet, ich muss hier nicht weiter darauf eingehen, nur eines sei gesagt, alle Auszeichnungen und Preise die er sich mit seinen Tropfen erarbeitete sind hoch verdient, die Produkte sind außergewöhnlich.

Ich durfte drei Weißweine degustieren, den »Gutshof Riesling«, den »Stich den Buben«
und – Top of the Pops -, den »Klosterberg«. Einige seiner Weine werden auf den Karten bekannter Gourmet Tempel wie das Bareiss in Baiersbronn geführt, ein Ritterschlag. Bewundernswert ist der Weg des Winzers, Nieger hat kein Risiko gescheut um einen Wein zu produzieren, der ganz genau seinen Vorstellungen entspricht, man merkt das bei jedem Schluck.

Schon der »Gutshof Riesling«, der „Brotwein“ im Portfolio ist ein aromatisches Kraftpaket, trotzdem ungeheuer elegant, wie eine junge Frau, die sich für ein Tête-à-Tête zurecht gemacht hat, und nun mit geschmeidigen Schritten ihrem Liebhaber entgegen schreitet. Zitronige Noten werden von pfirsichartigen Akkorden begleitet, auf der Zungenspitze tummeln sich exotische Geschmacksfetzen als seien sie  Forellen im Bach, lebendig, vergnügt, der samtige Abgang ist eine Wucht. Der Wein ist ungewöhnlich trocken, das ist aber nicht unangenehm, im Gegenteil, wie ich finde eine neuartige und stringente Interpretation des Begriffs.
Mit dem »Stich den Buben« steigert sich das sensorische Erlebnis. Der erste Schluck ist überraschend, spritzig, exotisch, irritierend, kompliziert, vollmundig. Der Wein ist einfach nur sexy. Das mineralische Element wird gekonnt unterfüttert mit ätherischen Düften aus Mango, Orange. Auf der Zungenspitze luftiger Hauch von Minze, auch hier wieder das Trockene auf einer neuen Ebene. Der Wein macht mich unsicher, auf eine aufregende Art, man will ihn ergründen, die Geheimnisse lüften, dann wieder einfach nur trinken und das Aroma für das Gedächtnis konservieren. Der Wein von Sven Nieger ist bildmächtig, man assoziert sofort etwas damit.

Schließlich der »Klosterberg Felsen«, das Juwel, ein großer Wein, kein Zweifel. Hier vereint sich alles was die Lage bietet zu einem aromatischen Gesamtkunstwerk. Das Bukett überzeugt mit einer fantastischen Aromabreite, exotisch, elegant, kraftvoll. Noten von Passionsfrucht und Salbei werden mineralisch untermalt und fügen sich zu einem grandiosen Gemälde, das uns in treffenden Farben die Landschaft geschmacklich beschreibt. Hier stimmt einfach alles, der Wein ist sehr gut  komponiert,  harmonisch und doch  spannend, eine Sinfonie der Düfte. Salzige Untertöne erinnern an die Herkunft, alles ist stimmig. Ich spüre förmlich die Arbeit, die hier geleistet wurde, einfach furios, ich ziehe meinen Hut.
Selten habe ich so gute Weißweine degustiert. Perfekt abgestimmt, ein Erlebnis für die Sinne.

Absolute Grandgourmand Empfehlung

weitere Informationen hier:

Weingut Sven Nieger
Gartenstraße 21
76534 Baden-Baden (Varnhalt)

 

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