{"id":12714,"date":"2015-11-30T19:42:39","date_gmt":"2015-11-30T18:42:39","guid":{"rendered":"https:\/\/grandgourmand.de\/weinprobe-bei-guntram-fahrner\/"},"modified":"2015-11-30T19:42:39","modified_gmt":"2015-11-30T18:42:39","slug":"weinprobe-bei-guntram-fahrner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grandgourmand.de\/en\/weinprobe-bei-guntram-fahrner\/","title":{"rendered":"Weinprobe bei Guntram Fahrner"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4623\" style=\"width: 694px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4623\" class=\"size-large wp-image-4623\" src=\"https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal-684x1024.jpg\" alt=\"Weinprobe bei Guntram Fahrner\" width=\"684\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal-684x1024.jpg 684w, https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal-200x300.jpg 200w, https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal-167x250.jpg 167w, https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal-768x1150.jpg 768w, https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal-600x899.jpg 600w, https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal-810x1213.jpg 810w, https:\/\/grandgourmand.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/puntofinal.jpg 946w\" sizes=\"auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4623\" class=\"wp-caption-text\">Weinprobe bei Guntram Fahrner<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man muss sich stets weiterbilden, und wenn es die M\u00f6glichkeit gibt, das vor Ort zu machen, um so besser! Guntram Fahrner betreibt den \u201eWeinlade am Gutenberplatz\u201c schon viele Jahre, \u00a0der Erfolg gibt ihm recht. Ich gehe gerne da hin, dort trifft ein gutes Sortiment auf Kompetenz, Fehlk\u00e4ufe schlie\u00dfen sich praktisch aus. Die Weinproben des anerkannten Sommeliers finden in der Uhlandstrasse 21 statt, eine geschmackvolle Location, wie geschaffen f\u00fcr solche Veranstaltungen. Ich habe mich f\u00fcr den Gro\u00dfen Rotwein-Abend entschieden, die richtige Wahl.<br \/>\nVorgestellt wurden 8 Weine, insgesamt ein gutes Ensemble, ohne gro\u00dfe Stars, aber geschmacklich durchgestylt. Fahrner macht das ganz unaufgeregt, er baut einfach auf sein gro\u00dfes Wissen und seine Treffsicherheit, da hat er recht. Eine sehr gut besuchte Weinprobe mit Publikum aus allen Altersklassen, der Ruf des Kenners scheint ihm vorauszueilen.<br \/>\nHier die Auswahl:<\/p>\n<p><strong>Klassiker<\/strong>:<\/p>\n<p><em><span lang=\"en-US\">1989er Ch\u00e2teau Malmaison Moulis (Cru Bourgeois)<\/span><\/em><\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr Bordeaux sind die kr\u00e4ftigen Tannine und\u00a0Aromen von Schwarzer Johannisbeere.<br \/>\nDer 89er Malmaison hat f\u00fcr sein hohes Alter noch eine gute Bandbreite, in der Nase harmonisch, im Geschmack elegant mineralisch mit einer deutlichen S\u00e4ure und Zitaten von frischem Obst.<br \/>\nGenau der richtige Einstieg f\u00fcr die Weinprobe. Mir gef\u00e4llt auch die Farbe, bis auf den Kern klar, ein helles Rubin. Nicht unbedingt komplex, aber durch die lange Reifung sehr raffiniert und anhaltend.<\/p>\n<p><strong>Terroir<\/strong><\/p>\n<p><em>2007er Terre de Pierres, Ch\u00e2teau Moyau<\/em><br \/>\n<em> Languedoc<\/em><\/p>\n<p>Man merkt ihm klar das Klima an, Sonne pur. Ein Potpourri der Aromen schon in der Nase.<br \/>\nTabak, Nelken, Pfeffer, \u00a0Schokolade. Im Fleisch sehr ausgewogen, fast schon sahnig. Feine Holznote mit einem sehr langen Nachhall. Ein sympathischer Wein, ein waschechter S\u00fcd-Franzose mit Laisser-Faire Attitude der mit uns freundlich ein Pl\u00e4uschen h\u00e4lt. Trotzdem sehr selbstbewusst und charaktervoll.<\/p>\n<p><strong>Crazy<\/strong><\/p>\n<p><em>2003er Xinomavro<\/em><br \/>\n<em> Alpha Estate<\/em><br \/>\n<em> Griechenland<\/em><\/p>\n<p>Aroma in der Nase sehr komplex, Rote Fr\u00fcchte und Beeren, helles Rubinrot. Im Geschmack sehr tief mit viel Struktur. Vanille, Pfeffer und Nelke, ein Hauch Schwarze Olive, genau abgestimmt.<br \/>\nDie eleganten Holzt\u00f6ne sind zur\u00fcckhaltend integriert, unterstreichen aber\u00a0das Volumen. Im langen Abgang etwas Quitte.<br \/>\nDer Wein hat mir sehr gut gefallen, exotisch und trotzdem rund im Geschmack, tolle Struktur mit sehr \u00fcberraschenden Momenten und versteckten Anspielungen.<\/p>\n<p><strong>Weichsp\u00fcler<\/strong><\/p>\n<p><em>2013er Primitivo di Manduria<\/em><br \/>\n<em> Cigno Moro<\/em><br \/>\n<em> Apulien, Italien<\/em><\/p>\n<p>Samtiger Wein mit einem abgestimmten Bukett, trotzdem nicht kraftlos im Geschmack. Zitate von D\u00f6rrfrucht untermalt mit R\u00f6staromen. Unverkennbar Brombeere und Zwetschge. Langer Abgang sehr sch\u00f6ner Nachhall. Ein klasse Wein, den ich mir sehr gut zu Geschmortem und vielleicht gegrilltem Lamm vorstellen kann. Darf aber auch einfach so getrunken werden, zum Beispiel auf der Terrasse die in abendliches Fr\u00fchsommerlicht getaucht ist.<\/p>\n<p><strong>Temperament<\/strong><\/p>\n<p><em>2011er Petit Verdot<\/em><br \/>\n<em> Azamor Wines<\/em><br \/>\n<em> Alentejo, Portugal<\/em><\/p>\n<p>Ich selbst bin ein gro\u00dfer Freund der Lagen aus dem D\u00e3o, aus den Terrassen-Lagen kommt ein sehr eleganter Rotwein, der in den Spitzen mit gro\u00dfen Gew\u00e4chsen aus den Traditions-L\u00e4ndern mithalten kann. Alenteijo hat aber auch etwas zu bieten.<br \/>\nDas Portugiesische Hinterland weist heterogene B\u00f6den auf, von tonhaltigen Lagen bis zum Granit ist alles vertreten, man darf hier von einer gewissen Dynamik ausgehen, die zur Zeit den Weinbau dort pr\u00e4gt. Bei den Roten nat\u00fcrlich viel Cabernet Sauvignon, aber auch Aragonez, Alfrocheiro und eben Petit Verdot.<br \/>\nDer uns vorgestellte Petit Verdot 2011er gl\u00e4nzt mit Tanninreichtum und einem deutlichen Holz.<br \/>\nIm Gaumen spannend, Struktur etwas Reibeisen, dabei aber fruchtig und mit elegantem Finish, bin mir nicht ganz sicher ob er Sortenrein ist (Der 2008er hatte 15% Syrah) sollte dies der Fall sein, ist die Komplexit\u00e4t noch h\u00f6her zu bewerten. Leichte Beeren-Aromen verheiraten sich auf der Zunge mit der franz\u00f6sischen Eiche. Ich meine der Wein hat eine echte Kante, zeigt sich im Abgang aber vers\u00f6hnlich. F\u00fcr meinen Geschmack etwas zu brachial, jedenfalls kein einfacher Wein, aber wollen wir das denn?<\/p>\n<p><strong>Modern<\/strong><\/p>\n<p><em>2012er Cabernet Sauvignon<\/em><br \/>\n<em> Bodegas Renacer<\/em><br \/>\n<em> Mendoza, Argentinien<\/em><\/p>\n<p>Pablo Sanchez ist ein kreativer Winemaker mit einem sehr guten\u00a0Geschmack.<br \/>\nEr beweist das mit seinem \u201ePunto Final\u201c, der ein bis zum Kern funkelndes, helles Rubin aufweist.<br \/>\nSchon in der Nase schmeichelt er mit Cassis, Brombeere und Schwarzer Kirsche. Die leichte Eukalyptus Note auf der Zunge erzeugt \u00e4therischen Schmelz, super Gef\u00fchl! Ein sehr eleganter Wein, Piazzolla l\u00e4dt mit seinem Bandone\u00f3n zum Tango ein.<br \/>\nDen Wein habe ich selbst oft zuhause, einfach weil das Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis ausgewogen ist.<\/p>\n<p><strong>Feuer<\/strong><\/p>\n<p><em>2012er Clos de Tafall, Clos Berenguer<\/em><br \/>\n<em> Priorat, Spanien<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr mich der \u201eintelligenteste\u201c Wein des Abends.<br \/>\nGrenache Noir, Syrah, Cabernet Sauvignon und Carignan, so klingt die Sorten-Tonleiter des Tr\u00f6pfchens. In der Nase wie ein Waldspaziergang im Mai, dann Waldbeeren, Wacholder, etwas Schwarzer Pfeffer, klasse gemacht. Auf der Zunge geht die Reise weiter, feurig und stolz, ein spanischer Hidalgo. Ein ganz durchdachtes Ding ist das, schmecke f\u00f6rmlich die Arbeit die da rein gesteckt wurde, sehr gut!<\/p>\n<p><strong>Monster<\/strong><\/p>\n<p><em>2009er Zinfandel \u201eZinman\u201c Perry Creek, Sierra Foothills<\/em><br \/>\n<em> Kalifornien<\/em><br \/>\nHarmonisch, Aromen von dunklen Beeren, alles gut abgestimmt, dunkles Rubin. Immerhin hat die Flasche schon 6 Jahre auf dem Buckel, dadurch wirkt der holzige Ton fast schon wie ein Echo. Insgesamt ein k\u00f6rperreicher Wein, ausbalanciert.<br \/>\nF\u00fcr mich einen Touch zu brav, fehlt da ein wenig Mut?<\/p>\n<p>Am Ende dann ein \u201eReparaturwein\u201c, soll den Geschmack auf 0 setzen, funktioniert aber nicht, die Idee ist gut aber wie ich meine zu theoretisch. Serviert wurde ein Riesling von Hans Lang, eine Sp\u00e4tlese aus 2002, ein <em>Hattenhauser Sch\u00fctzenhaus<\/em> aus dem Rheingau. Eine brutale Petroleum-Note gepaart mit ungeheurer S\u00fc\u00dfe, ich wollte da ehrlich gesagt nicht mehr so gro\u00df reinschmecken, war mir dann doch f\u00fcr die Rezeptoren zu viel Stress.<\/p>\n<p>Insgesamt eine sehr gute Weinprobe, nat\u00fcrlich eine Sonate aus den gesammelten Werken des \u201eWeinlade\u201c, den man unbedingt empfehlen kann. Fahrner beherrscht sein Repertoire, ein sachlicher Sommelier, wer einen gro\u00dfen Entertainer sucht wird entt\u00e4uscht, macht aber nichts, die fachliche Kompetenz ist \u00fcber alle Zweifel erhaben.<br \/>\nMerci Monsieur Fahrner!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man muss sich stets weiterbilden, und wenn es die M\u00f6glichkeit gibt, das vor Ort zu machen, um so besser! Guntram Fahrner betreibt den \u201eWeinlade am Gutenberplatz\u201c schon viele Jahre, und der Erfolg gibt ihm recht. 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