Nigel Slater, Das Küchentagebuch

Nigel Slater, Das Küchentagebuch

Nigel Slater, Das Küchentagebuch

 

Nigel Slater ist einer der beliebtesten Food-Journalisten Großbritanniens. Schon in seiner Jugend war Slater ein begeisterter Hobbykoch. Nach einer langen Restaurant-Tour durch das Vereinigte Königreich landete er 1988 schließlich in London, um dort als Koch für Food-Fotografie zu arbeiten.
Damals startete er auch seine Karriere als Journalist bei „Marie Claire“ mit seiner ersten Food-Kolumne. Es folgten Engagements beim Observer und dann der Wechsel zum Fernsehen, seine erste Koch-Show „Nigel and Adam’s Farm Kitchen“ (BBC) wurde ein großer Erfolg.

2014 erschien bei Dumont die Deutsche Erstausgabe. Ich kenne die englische Originalfassung nicht, aber mit Sofia Blind als Übersetzerin hat Dumont sicher die richtige Wahl getroffen.

Das Basilikum scheint immer noch nicht ganz hierher zu gehören. Es duftet nach Pfeffer, Anis und Nelke und bietet uns seine Seele erst dar, wenn es eine Dosis gleißender Sonnenglut abbekommen hat, kurz: Es wirkt wie ein Tourist. Ein Reisender aus einer fremden Kultur, der Geschichten von dickem grünem Olivenöl, purpurvioletten Oliven, knubbeligen sonnenverbrannten Tomaten und Mahlzeiten im Freien mitbringt.

Wird hier nun eine Gewürzpflanze beschrieben, oder ist das vielmehr eine Charakterstudie, vielleicht sogar die Ouvertüre zu einem großen Roman?
Nigel Slater ist kein Koch, sondern ein Schriftsteller der über das Kochen schreibt. Seine Sprache ist voller Metaphern, seine Stimmungsbilder sind manchmal ganz fein gezeichnet, an anderen Stellen wiederum kontrastreich mit dicken Strichen auf die Leinwand gespachtelt . Jede Seite seines Buchs erzählt eine Geschichte, Nigel haucht auch dem vermeintlich simpelsten Kraut, der einfachsten Zutat Leben ein. Alles was in seinem Kochtopf landet spricht zu ihm, erklärt sich ihm und damit auch uns Lesern.

Pfirsich-Pie. Flüstern Sie das Wort. Üppige Früchte unter einer Kruste, die so weich und krümelig sein muss wie das buttrigste Shortbread. Sie muss vor Zucker glitzern und unter der Gabel zart einbrechen. Eine Kruste, die eher seufzt als knackt.

Nigel Slaters Küchentagebuch geht mit den Jahreszeiten und so finden stets saisonale Produkte den Weg in die Küche wo sie zu köstlichen Gerichten verarbeitet werden. Die Rezepte sind nicht kompliziert und oft werden Sie Gerichte finden, die man sogar aus Resten zubereiten kann, vielleicht aus dem Kühlschrank oder dem Obstkorb. Obwohl die Zubereitungen einfach sind (natürlich gibt es auch solche, die etwas aufwendiger sind) merkt man dem Autor an, wie sehr er sich mit der Materie auskennt. Slater liebt das Einfache, bereitet es aber oft überraschend anders zu, er ist kreativ in dem was er tut.

Es gibt einen Moment um die letzte Novemberwoche, in dem der Garten erleichtert aufzuatmen scheint. Die Blätter, vor allem die des Feigenbaums vor der Küchentür, scheinen über Nacht abzufallen und machen die Wege fast unsichtbar. Die Grün-, Gold-, Rot- und Ockertöne wechseln zu raschelndem Braun und nassem Schwarz. Büsche, Bäume, Zwiebelgewächse und sogar Beerenruten wirken, als seien sie müde und bettreif.

Nigel lässt uns an seiner Art die Dinge zu sehen teilhaben, die Art wie er uns seine Rezepte erklärt ist einfach aber trotzdem genau und immer sympathisch. Die Fotografien sind wunderbar, in Szene gesetzt wurden sie von Jonathan Lovekin. Wie ich finde gelingt es Lovekin sehr gut die Sprache des Autors bildhaft umzusetzen, genau so poetisch und lebendig!

Nigel Slater, Risotto

Nigel Slater, Risotto

 

Nigel Slater Sandwich

 

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Nigel Slater Huhn

Das Buch ist schon über den grünen Klee gelobt worden, ich denke zu recht. Das Buch ist eine absolute Grandgourmand Empfehlung.

 

Nigel Slater 
Das Küchentagebuch.
Mit 250 Rezepten durch das Jahr
532 Seiten, Hardcover
H24,0 x B17,0 cm
180 farbige Abbildungen
Originaltitel: Kitchen Diaries II
Originalverlag: Harper Collins
EUR 39,99 [D]
Erstverkaufstag: 13.08.2014
ISBN 978-3-8321-9477-2
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