32 verschiedene Flammkuchen zieren die Karte, eine Sektion mit “klassischen” Kreationen, eine andere mit “Deluxe-Flammkuchen”. Letztere zeichnen sich durch etwas ausgefallenere Zutaten aus, wie zum Beispiel Shrimps und Pinienkerne. Außerdem gibt es die Monatsangebote, mit saisonalen Belägen, im August steht auch schon mal ein Flammkuchen mit Pfifferlingen auf der Tafel.
In den letzten Jahren wurde aus dem Flammkuchen, einer ehemals regionalen elsässischen Spezialität ein landes-bzw.europaweit vertriebenes Industrieprodukt. Eine typische Programm-Küche: Mit wenig Einsatz wird ein beliebtes Produkt für den Massenmarkt standardisiert und tauglich gemacht. Fertig ausgerollte und verpackte Teigplatten, einfach herzustellende Beläge, geringer Personaleinsatz sprechen für dieses Konzept, die Authentizität geht dabei zwangsläufig verloren.
So auch bei Marianne’s, wo übrigens der virtuelle Koch Jean Flamé für die Zubereitung der leckeren Teigfladen zuständig ist. Die Flammkuchen sind insgesamt geschmacklich langweilig, der Speck ist grenzwertig, der Rahm mit Dickungsmitteln versetzt. Die Temperatur ist schon am Tisch zu lau. Nicht zu bemängeln ist die Frische der Beläge. Der Teig ist einheitlich knusprig, das Produkt bis auf den Punkt durchdesignt und somit auch fehlerlos, aber eben unpersönlich.
Pluspunkte: Moderate Preise, der Service und die Location. Außerdem bietet sich das Restaurant für Feiern absolut an. Wer einen echten Flammkuchen essen will, dem rate ich nach wie vor einen Ausflug in das schöne Elsaß, wo in manchen Restaurants die Spezialität direkt aus dem heißen Holzofen noch dampfend auf den Tisch kommt! Für jene aber, denen ein aromatisches Zitat genügt, bietet sich Marianne’s durchaus an.